Am 1. September war es wieder soweit. Willi Laich hatte zum zweitenmal ein Bike Wochenende organisiert. Auch mich konnte er zum Mitkommen motivieren. Pünktlich um 8:30 Uhr standen 10 Fahrerinnen und Fahrer auf dem Rosenbergparkplatz bereit zur Abfahrt. Es geht nach Schiers im Prättigau. Als alle MTB’s verstaut waren, ging es gut gelaunt los. Erstes Ziel: Raststätte Heidiland für den Znünihalt. Kurze Zeit später fahren wir weiter nach Schiers.
Im Hotel Alpina sind wir gut aufgehoben. Nach dem Zimmerbezug werden die Bikes flott gemacht. Es werden zwei Gruppen gebildet. Daniela die einheimische Leiterin führt unsere drei hübschen Bikerinnen sicher durchs Gelände. Willi schlisst sich der Frauengruppe an und gibt auf einem nahegelegenen Parkplatz Technikunterricht. Wir sechs Andern werden von Marc geführt. Auch er kennt sich bestens aus hier. Das Wetter hält sich ganz ordentlich, obwohl der Wetterbericht ziemlich beschissen war. Nach letzten kurzen Infos starten wir der Landquart entlang Richtung Küblis. Kurze Zeit später biegen wir links ab. Die Strasse steigt nun einige Kilometer steil bergauf. Die Aussicht ist gewaltig. Schnell wird die Tal-Strasse immer kleiner. Im flotten Tempo geht’s durch Tannenwälder und Weiden immer weiter hinauf. Am Straßenrand stehen vereinzelte Ferienhäuser und Scheunen. Auf dem höchsten Punkt machen wir kurz Rast, damit alle aufschlissen können.
Es lohnt sich auch nochmals in die Runde zu schauen und die Ruhe zu genießen. Nach einem kräftigen Schluck aus dem Bidon, führt uns der Weg über eine Alpwiese abwärts. In schneller Fahrt geht es durch nasses Gras. Es macht großen Spaß. Doch bald ändert sich das Gelände schlagartig. „Singletrak“ heißt es jetzt für fast zwei Stunden. Zum Glück wusste ich noch nicht das es jetzt „knüppeldick“ kommt. Noch war es einigermaßen fahrbar. Die nassen Wurzeln und Steine waren tückisch. Teilweise wurde es sehr steil. So ließen die ersten Stürze nicht lange auf sich warten. Mich erwischte es schon bald ziemlich gröber. Mit einem Vorwärtssalto fliege ich auf die Fresse. Für kurze Zeit ringe nach Luft. Scheiße!!! Was ist jetzt wohl im Eimer? Dreckverschmiert hilft mir Andy Rüdt wieder auf die Beine. Es schmerzt eigentlich nur der rechte Oberschenkel. Ich bin voll auf das Lenkerhorn gefallen. Aber ich beiße auf die Zähne und fahre einiges vorsichtiger weiter. Vor mir taucht Andy bös in die Büsche. Er steht aber auch wieder schnell auf den Beinen. Der Weg ist jetzt so schwierig, dass keiner mehr fahren kann. Bike tragen ist angesagt. Ich finde es trotz allem lustig, es ist irgendwie grotesk. Es braucht volle Konzentration um durch die Bergbäche zu steigen und die Hangrutsche zu durchqueren. Endlich wird der Weg wieder besser. Es kann wieder gefahren werden.
Den letzten Teil der Abfahrt kann man voll runter „brettern“. Vergessen sind Schmerzen und müde Beide. Im Windschatten von Raphael und Roli Berger sause ich ins Tal hinunter. Zurück in Schiers können wir unsere schmutzigen MTB’s abdampfen und reinigen. Bald stehe ich unter der warmen Dusche und freue mich auf das Abendessen. Nachdem auch unsere Ladys geduscht haben und wieder fit sind, sitzen wir gemeinsam am Tisch. Das Nachtessen schmeckt vorzüglich. Es gibt viel zu erzählen. Über manches kann man schon wieder lachen und Witze reißen. Angeregt wird diskutiert und gescherzt. Wie im Fluge vergeht die Zeit und bald liegen alle müde in den Federn. Gemütlich sitzen wir am Sonntag zusammen beim Morgenessen. Es gibt alles was das Herz begehrt. Gestärkt sitzen wir bald auf unseren Velos. Angela, Sandra und Sandy werden wieder von Daniela begleitet. Sie wollen’s nochmals wissen. Willi kommt heute mit uns. Er will selber dabei sein, wenn’s wieder gröber zur Sache geht. Angeführt werden wir von Marc unserem Bündner Biker-Kollegen.
Nach kurzer gemeinsamer Fahrt verlassen wir die Ladys. Bald geht es sehr steil bergauf. „Huu“!! Die Stürze vom Vortag haben doch Spuren hinterlassen. Ich muss es gemächlicher angehen lassen. Trotzdem komme ich bös ins Schnaufen. Doch bald einmal ist das kleine Bergdorf erreicht. Es fährt sogar ein Postauto hier hinauf. Über gut befahrbare Wanderwege gelangen wir zu einer Alpwirtschaft. Schon bald sitzen wir gemütlich bei einer warmen „Schoggi“ und feinem Gebäck. Roland bekommt hier vom Wirt einen Ölspray für sein verklemmtes Bremskabel. Später zeigt Willi was er so als Mech drauf hat. In kurzer Zeit hat er die gerissene Kette am Bike von Hansi repariert.
Heute ist die Tour wirklich große Klasse. So macht das Fahren Spass. Geile Abfahrten und steile Aufstiege. Kniffliges Hangfahren. Kuhgatter auf und Kuhgatter zu. Durch Alpweiden und Bäche. Sogar die Sonne zeigt sich manchmal. Was will man mehr? In einer Abfahrt erwischt es auch Willi. Nach einem Sturz ist sein rechter Fuß stark geschwollen. Er hat große Schmerzen. Als rechter Biker beisst Willi auf die Zähne und beendet mit uns die Tour.
Langsam aber sicher endet auch dieser Ausflug. Im Hotel können nochmals duschen. Ich habe einige Kratzer und blaue Flecken. Es war trotz allem „Mega cool“!! Ich komme sicher wieder mit.