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Wädis Veloreise mit dem tout terrain Silkroad Juni

Wädis Veloreise mit dem tout terrain Silkroad Juni Budda Höhlen in Turpan
Beim verlassen von Korla musste ich dreimal nach dem Weg fragen bis ich dann endlich auf der richtigen Strasse unterwegs war. Ohne brauchbare Karte und meiner Unfähigkeit die chinesischen Strassenbeschilderungen lesen zu können, bin ich auf die Unterstützung der Bewohner angewiesen. Aber wie kann ich nach dem Weg fragen ohne Sprachkenntnisse. Ich halte bei einer kleinen Gruppe von Leuten und sage den Namen der nächsten Stadt „Turpan“ dazu die entsprechende Geste mit dem Arm. An der Reaktion der Leute merke ich dass sie nicht verstehen was ich will. Sie erklären mir so einiges aber das nützt mir eigentlich nichts. Dann zeige ich ihnen meine Strassenkarte und nach einer Weile verstehen sie dann dass ich nach „Turpan“ will. So erfahre ich wie man Turpan ausspricht. Nämlich..........Tu-urphan. Einmal mehr erlebe ich dass meine Aussprache chinesischer Wörter von den Leuten hier nicht verstanden wird. Aber mit etwas Geduld funktioniert es am Ende doch und ich bin wieder auf der Autobahn Nr. 314. Das fahren auf dieser Autobahn gehört sicher nicht zu den unterhaltsamsten Aktivitäten so einer Reise. So musste ich mich ein bisschen für Abwechslung bemühen.
Zum ersten wären mal die Leitplanken zu erwähnen:
Diese Autobahn wird in jeder Fahrtrichtung beidseitig von Leitplanken gesäumt. Sie sind in einem hellen Grün gehalten und werden gerade von vier mobilen Equipen neu gespritzt(siehe Foto). So alle 100 m steht ein 25 Liter Farbkübel bereit. Der Farbbedarf ist natürlich abhängig von der Stärke und Richtung des Windes. Ein völlig eingemummter Arbeiter bedient die Spritz-pistole ein anderer hält eine Abdeckung vor den jeweiligen Pfosten damit der seine weisse Farbe behält.
Diese Arbeit ist ja im Grunde nicht so aussergewöhnlich. Sie erhält erst durch einige Berechnungen eine ungeheuerliche Dimension. Diese Autobahn beginnt ja in Kashgar und führt nach Shanghai das sind über 4000 Km. Da diese Strasse von 4 Leitplanken gesäumt ist gibt das schon mal 16`000 Km die zu bespritzen sind. Das braucht dann wohl den einen oder anderen Laster grüner Farbe.
Die weissen Pfosten haben einen Abstand von drei Metern das sind dann 330 Stück pro Km. So wären also 5 Millionen Pföstchen zu malen. Wenn ein Arbeiter 12 Minuten braucht um einen Pfosten zu malen so bräuchte er ...................u.s.w.
Ich hatte ja genügend Zeit diverse Berechnungen anzustellen.
Zu erwähnen ist vielleicht noch dass das Autobahnnetz in China mittlerweile stolze 70'000 km umfasst. Im Jahr 2000 waren es erst 11'000 km. 50'000 km in nur 10 Jahren neu erstellt ist ja unglaublich. Da gab es wohl keine langwierige Planungsphasen oder Land Abtretungsverhandlungen. Zum Vergleich : Die Schweiz hat ein Autobahnnetz von 1800 km

Das zweite Ereignis geschah als ich mich eine ausgedehnte, dezente Steigung hochkämpfte. Da überholte mich ein älterer schwerbeladener LKW der nicht wesentlich schneller vorwärtskam als ich. Diese Gelegenheit benützte ich sofort und hielt mich am Ende des Lasters an einem Spannseil das die Ladung sicherte fest. Nach kurzer Zeit bemerkte der Fahrer meine bequeme Reise Art und er signalisierte mir ziemlich deutlich dass er das nicht dulde. Ich aber wollte mir diese Chance nicht entgehen lassen und hielt mich verbissen fest.
Nach einer Weile sprang dann der Beifahrer aus dem Laster und beschimpfte mich ordentlich. So musste ich wohl oder übel das Seil loslassen. Beschloss aber wenigsten den Windschatten des Lasters auszunützen und fuhr im hinterher. Der Beifahrer beschimpfte mich noch eine Weile stieg dann aber wieder ein.
Nun fuhr ich mit 50 cm Abstand hinter dem Laster her und musste so wenigstens nicht gegen den Wind ankämpfen. Es vergingen keine 10 Minuten wurden wir von der Polizei überholt. Nach kurzer Zeit wurde der Lastwagen von der Polizei von der Strasse beordert. Ich meinerseits fuhr wohlweislich weiter und erntete ein Kopfschütteln von einem Polizisten der es aber unterliess mich anzuhalten. Sein Mangel an Englisch Kenntnis wird in wohl davon abgehalten haben mich zu belehren.
Nach der nächsten Kurve zog ich es vor hinter einem kleinen Hügel versteckt mein Frühstück einzunehmen und so einer weiteren Konfrontation der beteiligten Parteien auszuweichen. (Ich war ja schon immer ein mutiger Kerl )

Die fand dann aber trotzdem noch statt. Als ich zurück auf der Strasse an einem grossen Parkplatz vorbeikam standen die beiden Fahrer bereit um mich zu empfangen. Mit roten Köpfen bedrohlich gestikulierend teilten sie mir ein ordentliches Repertoire an chinesischen Schimpfwörter aus. Glücklicherweise liessen sie mich aber passieren ohne wirklich handgreiflich zu werden. Was sie davon abhielt weiss ich nicht genau vielleicht der Respekt vor meinem hohen Alter. Jedenfalls gab ich ein bisschen Gas um die Passhöhe zu erreichen den auf der folgenden Abfahrt konnten sie mich unmöglich einholen.
Es folgte nämlich eine der längsten Abfahrten runter in die Turpan Senke.
Ich freute mich schon lange auf diesen über 2000 Höhenmeter Downhill, hier wollte ich versuchen meinen bestehenden Geschwindigkeitsrekord hoch zuschrauben. Aus diesem Unterfangen wurde aber nichts. Zum einen ist das Gefälle auf Chinas Autobahnen zu gering und zum anderen herrschte ein zu starker Gegenwind um hohe Tempo zu erreichen.

Turpan

Turpan ist die Stadt auf unserer Erde die am weitesten von einem Ozean entfernt liegt und mit gut 100 m unter dem Meeres Spiegel der zweit tiefste Punkt auf unserem Planeten.
Zudem wachsen in der Umgebung die süssesten Trauben und werden in speziellen Lehm Gebäuden in dem herrschenden Wüstenklima getrocknet. Per Zufall fand ich das ruhig gelegene Hotel Turpan. Hier traf ich eine nette deutsch./schweiz. Reisegruppe aus dem Bodensee Raum. Gerne folgte ich der Einladung an ihrem Tisch Platz zu nehmen. Während dem Abendessen erfuhr ich was sie schon gesehen haben und noch manches mehr. Unter anderem das der Bruder eines Reisenden schon 30 Jahre in Seuzach lebt. Er über 85 sei, Kaufmann heisse an der Weiherstrasse gewohnt habe und dann an die Leberenstrasse umgezogen ist.
Hier war erstmals Endstation meiner Reise. Ich machte Bekanntschaft mit Tahir einem hiesigen Taxifahrer und Touristen-führer. Bei ihm konnte ich mein Fahrrad unterstellen bis ich wieder aus der Schweiz zurückkehren werde. Wegen einer für mich wichtigen Vorladung musste ich kurzfristig in die Schweiz um die Angelegenheit mit dem Landw. Amt zu klären.
Von Urumchi über Almaty (Kasachstan), Istanbul flog ich nach Zürich.
Meine Abflug Zeit in Urumchi war 21.00 Uhr. Die Ankunftszeit in Kasachstan war 20. 30 Uhr. Das gab mir zu denken da wir ja kaum mit Überschall fliegen und eigentlich gar keine Zeitzone passieren.
Mit etwas Glück fand ich den Grund für diese Merkwürdigkeit heraus. In China haben Flughäfen, Hotels und Banken Peking Zeit.
So war mein Abflug nicht um 21.00 Uhr Ortszeit sondern 21.00 Uhr Peking Zeit das bedeutet in meinem Fall 2 Std. früher.
Da ich ja eh immer knapp zum Airport komme hätte das wohl übel geendet. Für den hochgeschätzten Leser wäre es natürlich amüsanter rübergekommen wenn ich dieses kleine Detail nicht bemerkt hätte. Obwohl ich mir nicht sicher bin ob ich es dann hier an dieser Stelle erwähnt hätte. So aber landete ich am anderen Morgen um 10 Uhr in Kloten und wurde von Tatiana empfangen, die sichtlich nicht unglücklich war über meine unplanmässige Rückkehr.

15. Juni 2011
Bei meiner Rückreise nach China hatte ich eine Übernachtung in Istanbul. Mit der U –Bahn fuhr ich in die Altstadt und fand auf Anhieb den Weg zu dem kleinen Hotel wo wir letztes Jahr logiert hatten. Am anderen Morgen erreichte ich den Flughafen wieder einmal zu spät den der check-In Schalter für mein Flug nach Kasachstan war schon geschlossen. Auf der Anzeige Tafel sah ich dass der Abflug 20 Minuten Verspätung hat, so schöpfte ich Hoffnung und begab mich zum Schalter von Air Astana meiner zuständigen Fluggesellschaft. Die Angestellte führte sofort einige Telefonate. Das warten in der Ungewissheit ging nicht spurlos an mir vorbei, meine sonst so kühlen Nerven waren ziemlich angespannt. Ich schwitzte fast mehr als beim Velofahren und ich schwor mir wieder einmal mehr nie mehr so knapp anzureisen. Nach langen langen 10 Minuten stellte mir die flexible Angestellte ein handgeschriebenes Flug Ticket aus und schleuste mich schnurstracks mit allem Gepäck zum Gate. Ich bin mir nicht so sicher ob mein Fehlverhalten, am Flughafen in Zürich auch so glimpflich abgelaufen wäre.
Von Urumchi nach Turpan nahm ich den Überlandbus. In Turpan wurde ich von einem Taxifahrer geweckt, da ich noch alleine im schon längst leeren Bus schlief. Er brachte mich zu meinem Hotel und sagte das er ein Freund von Abdullah in Kaschgar sei und wisse das ich mit dem Velo unterwegs sei. Abdullah betreibt ein Reisebüro in Kaschgar und hat mir dort geholfen. Nun sehe ich wie weit sein Netzwerk reicht.
Vor dem Hotel stand ein anderes Reiserad mit Helm da dachte ich mir das muss sicher ein Schweizer oder Deutscher sein. So machte ich mich auf die Suche nach dem Besitzer. Zu meinem erstaunen war es aber ein Holländer namens Wim. Er ist in der entgegengesetzter Richtung unterwegs von Australien nach Holland. Da er im November zu Hause sein will muss er recht grosse Ettappen abstrampeln. In John’s Café unter einer gemütlicher Weintrauben Pergola verbrachten wir mit noch zwei Backpacker einen gemütlichen Abend. Bei diesen Unterhaltungen erfahre ich immer wertvolle Tipps und Anregungen was ich auf meinem weiteren Weg beachten soll.
Am anderen Tag ruf ich Tahir an und er brachte mich zu sich nach Hause wo ich mein Fahrrad abgestellt hatte. Dort schmierte ich meine Kette mit dem neuen Schmiermittel, das ich diesmal an der Gepäck Kontrolle in Kloten vorbei gebracht habe. Im Kultur-beutel ohne Etikette fällt es nicht mehr auf. Man lernt immer dazu.
Danach unternahm ich noch eine Sightseeing Tour mit Tahir und zwei jungen Israelinnen, die soeben ihre 2 Jahre Militärdienst absolviert haben und sich nun eine China Reise gönnen. So verstrich wieder ein weiterer Abwechslungsreicher Tag.
Am nächsten Tag tauchte dann noch die gebürtige Appenzellerin Marianne aus Zürich im Hotel auf. Leider gab es nur noch ein kurzes Gespräch da mich Tumor zum 50 Km entfernten Bahnhof brachte wo ich den Nachtzug nach Jiayuquan bestieg. Da ich auf Webseiten von anderen Reisenden gelesen habe wie eintönig diese 1000 Km seien entschied ich mich diese im Zug zu geniessen.
Von Jiayuquan nach Zhangye waren es dann noch 300 Km Stein-wüste unterbrochen von einigen grünen Regionen. Mittlerweile bin ich am Südrand der Wüste Gobi angelangt. Eine kleine Heraus-forderung stand jemals am Morgen an. Es galt an der Zahlstelle bei der Autobahn Auffahrt vorbei zu kommen. Ich hatte mittlerweile Übung. Die einfachste Art war neben einem LKW herzufahren, so konnte mich der Wärter gar nicht sehen. Wenn kein Laster zu gegen war hiess es unauffällig anzurollen die Schranke zu umfahren die Beinmuskeln arbeiten lassen und das nachfolgende rufen zu ignorieren. Nach zwei drei Rufen war die Sache meistens gegessen und ich konnte in Ruhe weiterfahren.
Am ersten Tag auf der Autobahn wurde die Eintönigkeit irgendwann von einigen Militärjets unterbrochen die hier ihre Übungen abhielten. Es brauchte so seine Zeit bis ich sie am Himmel überhaupt ausfindig machen konnte, da sie ja ihrem Lärm einiges voraus waren. Doch dann erkannte ich ihre Route. Auf der linken Seite tauchten sie aus dem Nichts auf begaben sich in steilen Sinkflug und vielleicht auf einer Höhe von 700 m zogen sie wieder hoch und einige Sekunden danach ratterte es fünf sechsmal in dumpfen Ton. Es erstaunte mich doch dass sie so nahe bei der Strasse und Bahnlinie ihre Schiessübungen abhielten. Das wird wohl bedeuten dass sie ihr Metier schon ordentlich beherrschen.
Links von der Autobahn konnte ich auch den Neubau des Trasses für die Hochgeschwindigkeitstrecke nach Peking mitverfolgen. Die Strecke Schanghai – Peking wurde eben diese Woche eröffnet. Es verkehren jetzt täglich 90 Züge zwischen diesen beiden Städten. Mit unglaublichen 300 Std/km rasen sie die 1300 Km in weniger als 5 Stunden ab. Das Flugzeug braucht 2 Stunden plus Anreise zum und vom Flughafen wird wohl einiges mehr als 5 Stunden dauern.
Jedenfalls ist diese Strecke in meinem Hinterkopf und wenn es der weitere Verlauf meiner Reise erlaubt werde ich so eine Fahrt mit-machen. In Zhangye gab es erst mal eine Pause. Wieder einmal habe ich etwas verloren. Diesmal war es der kleine Velocomputer und wie es sich gehört kann ein Europäischer Hobbyradler nicht ohne das kleine Ding auskommen. So bestellte mir Mickey im Internet einen neuen Radcomputer der dann in zwei drei Tagen hier in Zhangye eintreffen sollte. Leider vergass Mickey bei der Bestellung Luftfracht zu verlangen so dauerte es halt 6 Tage bis das kleine Ding hier ankam. Wer ist Mickey ? Obwohl es der Name nicht verrät ist er Chinese. Als Ingenieur ist er hier in dieser Kleinstadt für 6 Monate mit dem Bau eines Kohle Kraftwerk be-schäftigt. Er hat mich in einem Restaurant angesprochen. Sein englisch ist zwar dürftig aber die Verständigung klappte trotzdem. Er vermittelte mir noch ein günstiges Hotel dass ich ohne seine Hilfe nicht gefunden hätte da es nur chinesisch Beschriftet ist. 11.—Fr. für das Zimmer mit D/WC ,Wylan- Anschluss ist es wohl das günstigste was ich bis jetzt gefunden habe.
Die Tage vergingen wie im Flug. Ich brauchte mich nur irgendwo hinzusetzen und schon nach kurzer Zeit wurde ich angesprochen. Die Unterhaltung oder das Programm für die nächsten Stunden waren gesichert.
Ein junger Sprachstudent der Französisch studiert und hier seine Freundin besucht organisierte den Besuch einer Firebar. Das ist ein Restaurant das aus kleinen Einzelräumen besteht. Jeder Raum ist mit Polstergruppe, Flachbildschirm und natürlich einer Karaoke Anlage ausgerüstet. Ich bestellte einen Hot Pot. Ein Topf Gemüse Bouillon auf einem Gas Rechaud in dem diverse Gemüse und Pilze in Fondue Manier zubereitet wurden. Diese Lokale sind hier sehr populär.
Für mich ist es fast unmöglich die Wärme, die Sympathie, die Hilfsbereitschaft, das Interesse, die Atmosphäre die mir hier begegnet zu beschreiben. Darum denke ich kann dies das untenstehende mail das ich vom besagten Student erhielt viel besser.

Hey,my friend ,I feel so happy to meet you on the bus,we've talk a lot,see the singing match and get food in the fierbar together,what a wonderful day for me,I konw there's a long way for me to study and improve my foreign language day by day,after these I feel it's so important for me to pay more attention to the communication,always learning forgien language while do not mind losing face,just try my best, I wish you'll have a good time in China,on the way.....
Good luck!!!
Bonne chance!!!

Viel Glück!!!!! Mögest du ewig jung!!!!! Bonne route.....

Wädis Veloreisen Photos





Wädis Veloreise mit dem tout terrain Silkroad Juni schattige Strasse




Wädis Veloreise mit dem tout terrain Silkroad Juni schwer Transport




Wädis Veloreise mit dem tout terrain Silkroad Juni Güterzug in China


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29.06.2011
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