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Wädis Veloreise mit dem tout terrain Silkroad 20.-30.Mai

Wädis Veloreise mit dem tout terrain Silkroad 20.-30.Mai
Kaschgar 28.Mai 2011

Kaschgar ist die erste grosse Stadt seit der Grenze mit etwa 350'000 Einwohner. Eine moderne lebhafte Stadt. Sie wird neben den Autos von Elektro Rollern dominiert. Auch haben hier ElektroVelos eine lange Tradition, es kurven noch viele ältere Modelle umher. Diese E-Vehikel sind nicht sehr schnell dafür schön leise. Von der Hupe abgesehen natürlich die sehr rege angewendet wird. Ein grosser Teil der Altstadt wurde schon abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Aber in dem Teil der noch übrig ist herrscht reges Marktleben. Tausend und eins Verkaufslokale und Imbiss Buden. Hier gibt’s eine reiche Auswahl an verschiedenen Köstlichkeiten. Mir als Vegetarier sind da ein bisschen die Hände gebunden. Aber was solls nur schon das sehen schmecken und Erleben ist für uns Europäer ein riesen Genuss.
Eine Sim Karte für meinen ipad 2 zu bekommen war auch nicht ganz ohne. Aber bei UniKomm wurde ich fündig. Das aktivieren in Chinesischer Sprache überstieg dann natürlich meine Fähigkeiten, so überliess ich diese Aufgabe dem Team im Verkaufs Shop. Die sahen den iPad zum ersten mal und hatten so ihre liebe Mühe bis die Installation abgeschlossen war. Aber jetzt funktioniert das Ding, nur musste ich einen Vertrag über 6 Monate abschliessen. Was ja bedeutet das ich solange in China umherreisen muss damit sich dieses Geschäft auch sicher rentiert.

Karakorum Highway

Mit einem Taxi liess ich mich und meine Fahrhabe bis zur letzten grösseren Ortschaft vor der Pakistanischer Grenze bugsieren. Einen Abstecher nach Pakistan kann ich wegen des chinesischen Visums nicht unternehmen. Es ist nur eine einmalige Einreise möglich. So warte ich in Taschkorgan noch ein Tag bevor ich meine Rückfahrt nach Kaschgar antrete. Ich hoffte nähmlich dass sich die Bewölkung auflösen werde. So kam es den auch, am nächsten Morgen war der Himmel fast Wolkenfrei. So fuhr ich um 7.30 Uhr schon los. Ich wollte freie Sicht auf den 7500 m hohen Muztagata haben. Die hatte ich dann um die Mittagszeit, da konnte ich ihn wenigsten einige Zeit sehen. Am Nachmittag kam dann wieder vermehrt Bewölkung auf. Am Abend als ich den Karakul Lake erreichte war es sogar ganz bedeckt. Zudem drehte der Wind und ich hatte einen elenden und unfairen Kampf auf den letzten 15 Kilometer. Ausserdem hatte ich schon über 100 Km abgestrampelt und das meistens bergauf. Belohnt wurde die Anstrengung mit einem heissen Tee in einer Jurte am Karakul See. Da hat eine kirgisische Bauersfamilie fünf Jurten aufgestellt und ist froh wenn sie Touristen beherbergen können. Zwar sind es keine traditionelle Jurten die aus 5 hölzernen Scherengitter für die Seitenwände, 36 Stangen der Dachkonstruktion , diversen Baumwoll Tüchern und gefilzten Fellen bestehen. Die in weniger als einer Stunde aufgebaut sind und ohne weiteres auf zwei Lasttieren transportiert werden können. Sondern mit Mörtel überzogene fest erbaute Behausungen. Mir war das in dem Moment egal Hauptsache ich konnte dem rauen Wind entfliehen, der hier auf 3900 m ü.Meer für mich unangenehm ist. In der Mitte der Jurte steht ein kleiner Stahlherd der mit getrockneten Kuhfladen betrieben wird. Der Rauch wird durch ein senkrecht aufsteigendes Rauchrohr durch die „Haube“ der Jurte abgeleitet. Durch das verbrennen des Kuhdungs werden sie hier in diesem Tal sicher auch kein Nitrat Problem haben. Ich persönlich finde es schade den Wertvollen Dünger nicht als Nahrung für die dürftige Vegetation zu nutzen. Aber die Bevölkerung wird schon wissen was zu tun ist. Die Kohle für die Kohle wird wohl schlichtweg nicht vorhanden sein oder für andere Bedürfnisse benötigt.
Zur Schlafenszeit zogen sich die Besitzer zurück und ich hatte die riesige Jurte für mich allein. In angenehmer Ruhe konnte ich mich von den Strapazen des vergangenen Tages erholen.
Am anderen Tag ging es nun mehr oder weniger bergab dem Fluss entlang nach Kaschgar. Ich passierte noch den 7719 m hohen Kangor Shan. Die Sicht wahr leider durch die aufkommende Bewölkung nicht optimal. Die 4000 m Höhenunterschied kommen hier irgendwie nicht richtig zur Geltung, ich denke weil man zu nahe ist. Viel imposanter war der Anblick letztes Jahr vom Pamir Highway aus als ich diesen Koloss aus etwa 200 km Entfernung gesehen habe. Von dort beeindruckte er mich unglaublich, wie er bei stahlblauem Himmel die übrige Bergkette um einiges überragte. Da kam der Höhenunterschied so richtig zur Geltung.
Unglaublich Eindrücklich ist auch die Dimension dieses Hochtales. 300 km sind es nur schon auf der Chinesischen Seite. In etwa das Engadin hoch fünf. In unseren Masstäben ausgedrückt würde das bedeuten dass wenn man in Genf in die Schweiz einreisst erst in Romannshorn die erste Stadt erreichte. Dazwischen 1 Dorf und etwa 7 Weiler.
Nach meinen Begriffen eine Landschaft ohne Vegetation, aber an den vorhandenen Jak-,Geissen-,Schaf- und vereinzelten Kuhherden an muss es ja irgendetwas zum beissen geben. Für mich ein Rätzel von was die Tiere hier leben. Ich nehme mal an dass sie nur zur Sömmerung hier oben sind da man keine Wintervorräte bei den einfachen Ställen sieht.
Zwischenzeitlich führte der Weg durch eine 60 km lange Schlucht. Bedauerlicherweise bliess mir dort ein starker Gegenwind ins Gesicht. Somit hielt sich das Tempo in langweiligen Grenzen. Dafür hatte ich genügend Zeit die verschiedenen farbigen Gesteinsformationen zu bewundern. Trotz der wenigen Regentage hier sind schon einige Felsbrocken am verrosten. Das wird wohl der Grund für die diversen Eisenerz Abbaustollen sein. Als ich ein frisches Lastwagen Wrack im Straßengraben passierte war ich froh dass ich nicht genau zur Unfallzeit an diesem Ort war. Gedanklich dankte ich wieder meinen Schutzengeln.
So wie es aussah hat der Fahrer den Crash mit ein paar Beulen überlebt. Ob er eingeschlafen ist oder die Bremsen versagt haben ist mir nicht bekannt.

Bequeme Fahrt nach Kuqa

Im International Bus Terminal zu Kaschgar bestieg ich einen Schlafbus um nach Kuqa zu gelangen. Da ich ja am 5. Juni von Urumchi nach Zürich fliege bin ich ein wenig in Zeitdruck. Diese Busse mittleren Alters sind mit drei Zweistöckigen Liege Reihen à 7 Liegeplätze ausgestattet. Die Masse eines Platzes mit 1.5m mal 0.5m sind eher für Asiatische Körpermasse abgestimmt. Aber da ich ja ohne Zoggel auch nicht viel grösser bin als der asiat. Durchschnitt, muss ich nicht jammern. Eigentlich keine schlechte Lösung für die 20 stündigen Fahrten. Allerdings am Lüftungs -system könnte man vielleicht noch Verbesserungen anbringen, da im Bus absolutes Schuhverbot herrscht!! Dafür ist rauchen erlaubt und als ich sah dass einer der Fahrer beim ersten Stopp 6 Packungen Zigaretten einkaufte, ahnte ich nichts gutes. Immerhin waren es zwei verschiedene Marken was wohl bedeuten wird das drei Packungen für den zweiten Fahrer sind.
Übrigens kam mir während der Fahrt eine kürzlich gelesene Zeitungs Überschrift in den Sinn. Die dokumentierte nämlich die Geschichte eines chinesischen Reisebusses der notdürftig mit Spanplatten zusammen geschustert wurde. Wenn man also hier alle Fakten anschaut denke ich, dass mich nicht mancher Leser wirklich beneidet.
Einzig der Preis ist vielleicht noch von Interesse die Fahrt für die 700 km nach Kuqa kostete umgerechnet 21.-- Fr. Das ist ja fast soviel wie von Seuzach nach Brüttisellen ohne Halbtax. Allerdings für das Fahrrad sollte ich nochmals soviel bezahlen. Aber ich fand 15.—Fr. müsssten reichen und siehe da es hat Kommentarlos gereicht. Was wiederum bedeuten wird dass ich immer noch das doppelte berappt habe. Aber das feilschen um einen Preis liegt mir einfach nicht. Ich denke es sollten beide Parteien zufrieden sein. Einen anderen Vorteil an dieser Situation sehe ich auch darin, dass ich dann in einer anderen Situation mit der Gunst der Leute rechnen kann. Es kann sein dass mir nachfolgende Touristen nicht dankbar sind wenn ich durch mein Verhalten die Preise in die Höhe treibe. Aber jeder hat seine Fehler. Wir fahren auf der 314 der nördlichen Umfahrung der Taklamakan Wüste. Da diese Schnellstrasse den Gebirgsausläufer folgt ist es eine relative Kurvenreiche Sache. Wobei hier relativ bedeutet; dass es am Anfang so alle 5- 11 km eine leichte Richtungsänderung gibt. Später hat es schon mal 15 km lange Schnurgerade Abschnitte. So bereue ich es keinen Augenblick dass ich diese eher langweilige Strecke im Bus zurück lege. Auf der linken Strassenseite sind noch die letzten Hügel des Tien Shan Gebirges. Auf der rechten Seite ist es flach soweit das Auge reicht. Da erstreckt sich nämlich die zweit grösste Sandwüste der Erde. Diese über 1000 km lange Dünen Landschaft ist mehr als 8 mal so gross wie die Schweiz. Es gibt die nördliche Seidenstrasse auf der ich unterwegs bin und eine südliche die 315.
Da in der Mitte der Wüste grosse Öl Vorkommen gefunden wurden haben die Chinesen eine 520 km lange Querverbindung mitten durch die Wüste gebaut. Diese Autobahn gilt als teuerste Strasse der Welt und ist zugleich die längst Wüstenstrasse der Erde. Da sie beidseitig mit Wänden versehen ist um sie vor dem zusanden zu schützen, betrugen die Baukosten für einen Kilometer etwa 10 Millionen Euro. Auch sind etliche Sand Räumungs Equipen im Dauereinsatz. Was man nicht so alles erfährt wenn man unterwegs ist. Ich mag mich nicht erinnern vor meiner Reise jemals von der Taklamakan gehört zu haben.

In Kuqa verliess ich den Bus und setzte die Reise auf meinem Velo fohrt. Da ich die Autobahn Auffahrt verpasst hatte wählte ich halt eine andere Variante die über zwei Maisfelder, leerer Wasser-graben, Loch im Zaun und Böschung hochschieben führte. Das beladene Fahrrad über die Leitplanke zu hieven musste langsam angegangen werden um nicht noch einen Bandscheiben Vorfall auszulösen.
Diese Autobahn wird Hauptsächlich von Lastwagen und Reise-bussen benutzt. Privatverkehr gibt es hier zum Glück noch wenig.
Infolgedessen hielt sich das Verkehrsaufkommen in erträglichem Rahmen. Die Monotomie der Fahrt durch die Steppen Landschaft wurde nur ab und zu von einem vorbei schleichenden Zug auf dem parallel verlaufenden Bahntrasse unterbrochen. Ich fühlte mich schon fast wie in einer lange Trainings Einheit im Fitness-studio. So war ich froh um ein bisschen Unterhaltung von meinem MP3 Player. Je nach Rhythmus des jeweiligen Musik Stück konnte ich ein wenig schneller oder langsamer trampen.
Nach anstrengenden 140 km gegen leichten Gegenwind kam dann eine Autobahnausfahrt wie gerufen. So konnte ich ein wenig abseits der Autobahn an einem kleinen Bewässerungskanal mein Zelt aufschlagen.
Am nächsten Tag drehte dann der Wind gegen alle Erwartungen und so brauchte ich dann 1.5 Std. weniger für die verbleibenden 150 km nach Korla. Das langsame auftauchen der Skyline von Korla in der Steppen-landschaft erstaunte mich. Wie müssen dann wohl die Einfahrten in die richtigen Grosstädte von China wirken. Jedenfalls setzte der Anblick wieder Kräfte frei für den Endspurt und die folgende Hotel Suche. Nun werde ich meinen strapazierten Beinen einen Tag Pause gönnen bevor es weiter Richtung Turpan geht.

Wädis Veloreisen Photos






Wädis Veloreise mit dem tout terrain Silkroad 20.-30.Mai Stadt in China




Wädis Veloreise mit dem tout terrain Silkroad 20.-30.Mai Mutzagata




Wädis Veloreise mit dem tout terrain Silkroad 20.-30.Mai Chinesenjunge


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30.05.2011
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