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Rad des Monats: tout terrain Grande Route König der Landstraße

Rad des Monats: tout terrain Grande Route König der Landstraße
Große Distanzen aus eigener Kraft überwinden – diese Sehnsucht treibt viele Radler, tausende von Kilometern abzuspulen und dabei der Welt hautnah zu kommen. Die Traumstraße „Route des Grandes Alpes“, eine französische Alpen-Transversale vom Genfer See zur Cote d’Azur, hat darüberhinaus auch die Entstehung eines sehr speziellen Reiserads inspiriert: Das „Grande Route“ von Tout Terrain ist gebaut für sportliches Touren bei flottem Tempo, aber mit komfortabler Sitzposition – eine Neuinterpretation des traditionellen Reiseradkonzepts "Randonneur“. Der hochwertige Stahlrahmen des Grande Route ist aus leichten, aber belastbaren, 25CroMo4-Stahlrohren des italienischen Traditionsherstellers Columbus Tubi verschweißt. Der Oversize-Rohrsatz „Zona“ gilt als besonders robust bei mittlerem Gewicht, hoher Biegesteifigkeit und unkritischer Verarbeitung ideal also für einen hochbeanspruchten Reiserad-Rahmen. In typischer Tout Terrain-Manier ist der Gepäckträger konstruktiver Bestandteil des Hinterbaus. Das Grande Route steckt ordentliche Gepäcklasten weg, ohne mit dem Hinterbau zu wackeln – ein wichtiges Kriterium, um den Tourensportler beherrschbar zu halten. Augenscheinlichstes Feature am Rad ist jedoch der Randonneur-Lenker. Er ermöglicht eine aerodynamische und kompakte Sitzhaltung, spart auf langer Strecke erheblich Energie und lässt effektiveren Kraftumsatz zu. Ein Rennlenker hat jedoch seine Tücken: Aufgrund seiner Form verträgt er ausschließlich Renn-Schaltbremshebel. Deren Bremshebel wiederum sind nur mit mechanischen, bowdenzuggesteuerten Bremsen kompatibel; für die wesentlich vielseitigeren, am Hardcore-Reiserad wünschenswerten Hydraulik-Discs gibt es, ob deren Herkunft vom MTB, keine passenden Bremshebel für Rennlenker. An diesem Punkt der Geschichte greift die Vernetzung innerhalb eines kleinen, aber fruchtbaren Biotops von Bike-Freaks in dem schönen badischen Städtchen: Denn in Freiburg ist geballte Bike-Kompetenz zu Hause. Man denke an Florian Wiesmann, mit dessen schweißkünsten die Marke Tout Terrain einst startete und dessen Design in allen Modellen wiederzufinden ist. Oder Peter Denks Konstruktionsbüro, das der Bike-Welt das ultraleichte Scott Addict oder das universelle Genius beschert hat. Aus diesem Kreis stammt Thomas Harter, der bei Tout Terrain das Ressort Design & Entwicklung leitet. Eine enge Zusammenarbeit existiert auch mit Elektronik-Tüftler Marcus Wallmeyer, Kopf der Leuchtenherstellers Supernova. Oder mit den kreativen Fräskünstlern von Trickstuff, die für alles eine geniale Lösung aus dem Hut zaubern können. Also hat man in Freiburg die Köpfe zusammengesteckt, fleißig CAD-konstruiert und dann die Fräsmaschine angeworfen: Und der „Doppelmoppel“ hat das Licht der Fahrradwelt erblickt. Das Teil mit dem ulkigen Namen schafft erstmals eine solide Verbindung von Renn-Bremshebeln zu zeitgemäßen Hydraulik-Scheibenbremsen. Unter dem Vorbau montiert, eherbergt ein steifes Alu-Gerüst Geberkolben, die per Seilzug mithilfe drehbarer Exzenter zwei „Cleg“-Bremskörper in ihre jeweilige Disc beißen lassen. Das schlaue Teil schlägt jedoch, im Paket mit Trickstuffs Edel-Stoppern „The Cleg“, mit rund 500 Euro Aufpreis zu Buche. Wie auch die restliche, exquiste Bestückung den Preis in die Höhe treibt. Krönung dieses Superrad-Konzepts ist der ebenfalls aus der Freiburg-Connection entstandene „Plug“, die Steckdose am Reiserad. Das kompakte Teil kann auf den Vorbaudeckel aufgesetzt werden und ist per Kabel im Gabelschaft mit dem (am Testrad aus Termingründen nicht vorhandenen) Nabendynamo verbunden. Die Elektronik im Gehäuse regelt den Ladestrom automatisch nach den Bedürfnissen des Abnehmer-Geräts. So kann der Outdoor-Tourist unterwegs bequem GPS-Gerät, iPod und sogar das etwas zickige iPhone in Betrieb halten. Das Grande Route demonstriert sehr schön, wie Geistesblitze in fruchtbarem Umfeld zu Innovationen werden, die man anfassen kann. Und manchmal kann man damit sogar Traumstraßen bis zum Meer beradeln.

Lexikon
RANDONNEUR-REISERAD
nach dem Vorbild entbehrungsstarker langstrecken fahrer aus den anfängen des Fahrradsports benennt man diese hochspezialisierten, leichten asphaltVelos. ein zäher rahmen, meist traditionsbewusst aus cromo-Stahl, mit langem hinterbau beherbergt einen rennlenker mit entsprechenden armaturen sowie eine eng gestufte rennschaltung. ein potenter Gepäckträger, mehr oder weniger umfangreiche Schlecht-Wetter-ausstattung und schnelle, schmale hochdruck-reifen charakterisieren räder dieses Schlags. Sie sind gebaut, um Kilometer abzuspulen. Stahl als Werkstoff kann komfortbringend eingesetzt werden, zudem sind Stahlrohre im notfall leichter reparabel als andere materialien. ein Schwachpunkt waren stets die schwächlichen Rennrad-Seitenzug-Bremsen, vor allem bei nässe.

Quelle Tout Terrain

Testbericht pdf

Weitere Infos Grande Route



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20.04.2011
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